Besetzung der Stelle des/der Jugendbeauftragten und digitale Jugendbeteiligung

Die Gemeindevertretung möge beschließen, dass
1. die schnellstmögliche Besetzung der Stelle des Jugendbeauftragten, entsprechend der dafür entwickelten Kriterien erfolgt und

2. der Gemeindevorstand prüft, ob und in welchem Umfang, auch unter Einbeziehung des u.g. Beispiels des Rheingau-Taunus Kreises, eine digitale Jugendbeteiligung möglich ist. Dafür soll unter Einbindung des Jugendbeauftragten ein Konzept erarbeitet werden, wie Jugendliche aus Waldems zu gewissen Themen mit einbezogen werden können. Dieses soll
dann dem Gemeindeparlament wieder vorgelegt werden, um darüber zu beraten und einen abschließenden Beschluss zu fassen.

Begründung:
Aufgrund der stetig wachsenden Digitalisierung ist es notwendig geworden digitale Beteiligungsformate für Jugendliche in Gemeinden zu schaffen und zu verankern.
Jugendliche für politische Themen zu sensibilisieren und dazu zu motivieren selbst Initiative zu zeigen ist in den letzten Jahren schwieriger geworden.
Das politische Leben unterliegt einem u.a. durch die Digitalisierung forcierten Wandel. Es findet nicht nur mehr in Vereinen, Parteien oder ähnlichem statt, es verlagert sich immer mehr in anderen digitalen Formaten. Organisationen und Vereine, wie Fridays for Future oder auch Pulse of Europe zeigen, dass ein generelles politisches Interesse in den jüngeren Generationen vorhanden ist. Diese organisiert sich aber heute völlig anders und der Austausch mit anderen findet stattdessen u.a. in sozialen Medien statt.
Meinungen werden bei Facebook, Twitter und Co unter verschiedenen Posts oder in verschiedenen Gruppen ausgetauscht.
Reicht dieser Austausch unserer Gemeinde? Oder sollten wir hier nicht aktiv handeln?

In sozialen Medien werden hauptsächlich Themen besprochen, die für gesamt Deutschland bzw. für ein Bundesland von Bedeutung sind. Was ist aber mit den Themen vor Ort? Kommunale Themen bestimmen die Lebenswelt in unseren Ortschaften und können für jeden einzelnen in unserer Gemeinde etwas verändern. Für die meisten jungen Menschen gehen diese Themen unter oder werden nicht wahrgenommen.
Digitale Medien bieten der Gemeinde die Möglichkeit möglichst schnell auf verschiedene Themen aufmerksam zu machen, unsere jungen Bürgerinnen und Bürger einzubinden und ein Meinungsbild zu bekommen. Denn genau diese jungen Bürgerinnen und Bürger sind es von Unternehmen, Vereinen oder anderen Organisationen gewöhnt online zu partizipieren.
Wie bereits oben beschrieben wird bei bspw. Jugendverbänden und Jugendinitiativen viel über soziale Medien kommuniziert, partizipiert und Meinungen ausgetauscht. Auch werden in sozialen Medien auf verschiede Projekte der Politik aufmerksam gemacht. Daher ist die Hürde die jungen Menschen nehmen müssen, um sich zu beteiligen wesentlich niedriger als auf anderen Wegen.
Stand 01.01.2019 hat die Gemeinde Waldems 5.426 Einwohner. Aufgrund des demographischen Wandels wird sowohl die Anzahl der Bewohner als auch die Zahl der jungen Menschen zunehmend kleiner. Auch belegen Wegzugsraten, dass gerade junge Familien ihre Heimatgemeinden verlassen. Ein Grund dafür ist, dass diese Menschen nicht fest mit ihrer Heimatgemeinde verbunden sind und sich in dieser nicht verankert haben. Diese jungen Menschen und Familien müssen vor Ort gehalten werden.
Für die Gemeinde Waldems ist ein Meinungsbild von jungen Mitbürgern sehr wichtig, denn damit wird sie attraktiver. Sie kann ihre politischen Entscheidungen auf die Belange und die Bedürfnisse abstimmen. Und wenn sich junge Menschen engagieren, partizipieren und diese Beteiligung Wirkung zeigt, steigt die Zufriedenheit und man identifiziert sich mit seinem eigenen Umfeld.
Durch innovative Formate steigt das Ansehen der Gemeinde und durch die Möglichkeit seine Lebenswelt mitzubestimmen wird der Grundstein gelegt die Menschen an die Gemeinde zu binden. Darüber hinaus werden durch Gestaltungsmöglichkeiten die Verbundenheit und die Verankerung gestärkt. In der heutigen Zeit gehen viele junge Erwachsenen zum Studieren in eine andere Stadt.

Aufgrund von Familie und Freunden oder Besuchen bleibt das Interesse weiter bestehen. Digitale Partizipation bietet die Möglichkeit dieses positive Interesse weiterhin zu befriedigen und stärkt die Verbundenheit mit der Heimatgemeinde. Dadurch wird es wiederum möglich junge Menschen vor Ort zu halten, denn es wird ein Anreiz geschaffen nach abgeschlossen Studium zurückzukehren.

Aktuell hat der Rheingau-Taunus Kreis eine Interessenabfrage gestartet bezüglich der Umsetzung eines Jugendtaxis. Da viele Personen, Jugendorganisationen oder Vereine diese Onlineabfrage in sozialen Medien und Gruppen geteilt haben sind viele Jugendliche auf dieses Thema aufmerksam geworden und bisher konnten ca. 1.400 Personen ihr Interesse bekunden und Angaben dazu machen wann und in welchem Umfang sie dies nutzen würden. Die SPD Waldems ist der Meinung, dass es in Zukunft essenziell ist digitale Jugendbeteiligung in der Gemeinde Waldems zu verankern um Jugendliche an kommunalen Entscheidungen teilhaben lassen zu können und sie zu motivieren eigenes Interesse einzubringen oder Verbesserungsvorschläge zu formulieren.