Interview mit dem Vorstand des TUS Steinfischbach

Vorstand des TUS Steinfischach
Andy Warnck, Julia Schröder und Jonas Heilhecker Bild: SPD Waldems

Hallo Julia, Jonas und Andy. Danke, dass wir heute mit euch das Gespräch führen dürfen.

Ihr drei bildet seit März den neuen Vorstand im TUS Steinfischbach (Turn– und Sportverein Steinfischbach 1904 e.V.).

Stellt euch doch bitte mal kurz vor. Wer seid ihr und warum habt ihr euch für den Vorstand beworben?

Julia Schröder: Ich bin 33 Jahre, verheiratet und habe zwei Kinder. Im Vorstand vertrete ich die Turnabteilung. Derzeit habe ich drei Kinderturngruppen mit wöchentlich drei Stunden. Ich bin schon viele Jahre Turnwartin, seit etwa 10 Jahren Vorsitzende der Turnabteilung. Ich bin im Vorstand, weil der TUS weitergehen soll.

Jonas Heilhecker: Ich bin 24 Jahre und komme aus Wüstems. Ich studiere im letzten Semester Maschinenbau. Seit vier Jahren bin ich in der Spielgemeinschaft Steinfischbach / Weilrod aktiv. In den Vorstand zu gehen war schon ein wenig überraschend, aber ich habe kein Problem damit Verantwortung zu übernehmen. Das Modell des Gesamtvorstands hat mir zugesagt und das Team hat sich schon gut eingespielt.

Andy Warnck: Ich bin 43 Jahre, verheiratet und habe drei Kinder. Ich bin in der Eventbranche tätig und seit 6-7 Jahre im TUS. Ich bin den üblichen Weg gegangen, erst Mannschaft, dann Schriftführer, Pressewart, Abteilungsleiter und nun noch Gesamtvorstand. Vor der Jahreshauptversammlung haben wir die Mitglieder informiert, dass wir dringend einen zweiten Kassenwart benötigen und uns Unterstützung aus der Fußballabteilung wünschen, die die größte Abteilung darstellt. Jonas hat dann auf der Jahreshauptversammlung überraschend „die Katze aus dem Sack gelassen“ (lacht).

Julia: Ich muss dich korrigieren. Seit kurzem ist die Turnabteilung die größte Abteilung (lacht).

Wie seid ihr zum TUS gekommen?

Julia: Eigentlich ist Katrin Schenk daran schuld (lacht). Katrin hat mich mal gefragt, ob ich beim Kinderturnen aushelfen könnte. Das habe ich gemacht. Dann wurde sie schwanger und ich durfte das übernehmen. Ich mache das auch wirklich gern. Im Turnen lernen sich die Kinder kennen. Das ist später auch von Vorteil, wenn sie gemeinsam in die Schule gehen. Dann sind sie sich nicht mehr so fremd.

Jonas: Mein Vater hat schon Fußball gespielt. Für mich kam nie was anderes in Frage. Fußball ist meine Leidenschaft. Nach dem Studium werde ich vermutlich noch einen Trainerschein machen. Ich wurde schon als Kind von vielen Menschen gefördert. Jetzt möchte ich mit meinem Engagement ein wenig zurückgeben.

Andy: Die Straße hoch und rechts (lacht). Im Fußball hat es leider nur zum Eigentor gereicht. Irgendwann kam der Herr Schäfer zum Tennis und meinte „wir müssen mal den Altersdurchschnitt senken“. Wir haben eine Herren 30 Mannschaft aufgebaut und dann bin ich hängengeblieben.

Welche Ziele hat sich der Vorstand vorgenommen?

Andy: Also zunächst mal den Verein- und Spielbetrieb aufrechterhalten und die Jugendförderung. Hier besteht -wie vermutlich bei allen Vereinen- der größte Bedarf. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, Leute für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen.

Hat sich etwas geändert, seit ihr als „Trio“ den Vorstand bildet? Wie kommt das an?

Jonas: Es kommt gut an. Für die Spieler fühlt es sich gut an, wenn jemand der das macht vom Fach ist. Also weiß wovon er spricht. Die Mitgliederzahlen im Fußball sind rückläufig. Das muss erst mal aufgefangen werden. Mannschaftssport scheint derzeit nicht so sehr gefragt. Meine Hauptaufgabe ist es, hier für den Fußball Zeichen zu setzen. Unsere Jugendtrainer kommen derzeit größtenteils aus Esch und Wörsdorf. Mit der Folge, dass die meisten Trainingseinheiten auch dort stattfinden. Ich möchte das ein Stück weit zurück nach Steinfischbach holen.

Julia: Ganz wichtig ist miteinander zu sprechen. Beispiel: Ich habe im Turnen Jungs, die gern Fußball spielen würden. Also habe ich Kontakt mit Jonas aufgenommen und wir haben kurzerhand ein Training organisiert.

Andy: Der Findungsprozess im Vorstand ist natürlich noch nicht ganz abgeschlossen. Aber wir binden viele ein. Der Ortsvorsteher ist in Projekte eingebunden und der Zuspruch in der Mitgliedschaft ist generell gut.

Was sind eure derzeitigen Projekte / Ziele?

Julia: Eines meiner größten Projekte, die mir sehr am Herzen liegen, ist der alte Sportplatz. Die Kinder brauchen unbedingt einen Platz für die Freizeit. Hier müssen wir dranbleiben, dass es einen Ausweichplatz gibt.

Andy: Natürlich beraten wir auch zu den aktuellen Gerüchten rund um einen Waldemser Fußballverein.

Hier kann ich nur die Ankündigung machen, dass es Ende diesen, Anfang nächsten Jahres eine große Informationsveranstaltung für alle Mitglieder geben wird. Aber über die Entscheidung, ob es ein Waldemser Fußballverein geben soll und ob er ein eigenständiger Verein sein soll,  entscheiden die Mitglieder, nicht der Vorstand!
Und dann stehen natürlich noch so Projekte wie Sanierungsmaßnahmen der Heizung an.

Julia: Die Reinigung der Turnhalle ist auch ein Projekt, das gelöst werden muss. Das Reinigen der Turnhalle übersteigt einfach die Kapazitäten und Aufgaben eines Trainers. Ich mache das seit drei Jahren ehrenamtlich. Aber das muss über die Gemeinde anders geregelt werden. Außerdem hoffe ich auf mehr Übungsleiter. Die Nachfrage nach Kinderturnen übersteigt jetzt schon das Angebot.  Eltern bringen ihre Kinder lieber in ein betreutes Turnangebot, als sie allein auf der Straße spielen zu lassen.  Das ist einfach so und dem müssen wir mit mehr Übungsleitern begegnen. Und wo wir schon bei der Turnhalle sind:  Im Moment spielt man mit dem Gedanken, die Kinder aus dem Kindergarten dort zwischenzeitlich unterzubringen, weil der Kindergarten Probleme mit dem Wasser hat. Der Raum in der Kulturhalle ist knapp. Im Moment wissen wir also nicht, was aus dem Turnen wird. Für das Turnen ist die Turnhalle am Ende ihrer Kapazität. Wir hätten sie gern erweitert. Wenigstens um den Waschraum, der sowieso nur als Abstellplatz genutzt wird. Dem spricht aber wohl entgegen, dass die Turnhalle offiziell als Flüchtlingsunterkunft registriert ist. Obwohl dort seit Jahren keine Flüchtlinge untergebracht sind.

Wo seht ihr die Zukunft eures Vereins?

Andy: Das der TUS weiterhin ein großer Familientreffpunkt für alle Bewohner aus Waldems bleibt und wir viele Leute haben, die uns unterstützen.

Jonas: In einer gefestigten Fußballabteilung.  Schon bisher haben wir viele Steinfischbacher, die uns bei den Spielen besucht. Das halbe Dorf ist dann da. Zwischenruf: Die kommen wegen dem Kuchen von Brigitte! (lach)

Julia: Feste aufrechterhalten und Helfer für die Feste gewinnen. Ich möchte, dass Familien Spaß haben sich zu treffen und alle gemeinsam Spaß haben. Das wird immer weniger. Ich finde die Kerb in Steinfischbach war ein tolles Familienfest! Aber man muss auch Lust haben, dahinzugehen.

Was waren eure magischsten Momente im Verein?

Jonas: Als wir die vorletzte Saison um den Klassenerhalt gekämpft haben. Das schafft man nur, wenn man als Mannschaft zusammenhält. Da dabei zu sein, das mitzuerleben, das macht Spaß und macht einen glücklich!

Julia: Die Entwicklung der Kinder zu sehen. Ich habe die Kinder schon beim Krabbelturnen begleitet. Und zu Fasching standen die vier- bis fünfjährigen auf der Bühne und tanzten allein, ohne Mamas und Papas, ihre Show. Das ist richtig schön. Da wächst auch was zusammen.

Andy: Wenn ich eines der Tenniscamps nehme, dann beispielhaft das 1. Tenniscamp mit 35 Kindern und Jugendlichen mit ganz viel Hilfe von Mitgliedern. Man fällt zwar sonntags vor Anstrengung ins Bett, aber es ist doch schön.

Jonas: Sogar Fußballer sind zum Tennis rüber gekommen. Das war echt schön.

Was kann Politik speziell für euch tun?

Andy: Ansprechpartner sein! Vielleicht auch mal bei der ein oder anderen Finanzierung helfen, z. B. die Kulturhallengebühren für Vereine erlassen. Da macht man was für die Allgemeinheit, investiert sowieso bei Veranstaltungen und muss dann noch Hallengebühren zahlen. Das ist nicht richtig. Und wichtig: die ehrenamtliche Arbeit zu würdigen wissen.

Jonas: Das Image von Ehrenamt aufpolieren.

Julia: Vereine unterstützen. Ohne Vereine ist ein Zusammenleben nicht möglich.

Habt ihr von dem Ehrenamtsfest der Gemeinde in Esch etwas mitbekommen?

Jonas: Ja, aber das war irgendwie schlecht kommuniziert.

Andy: Aber es bringt einen weiteren, interessanten Ansatz. Alle Veranstaltungen, die auch ortsteilübergreifend sind, wie beispielsweise auch die WOM sind gut und wichtig.

Wenn Ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch für den TUS wünschen.

Andy: Die richtigen Entscheidungen so zu treffen, dass alle Mitglieder damit leben können und sich hier wohlfühlen.

Jonas: Einen strukturellen Fortschritt, der auf die einzelnen Abteilungen einen positiven Einfluss hat.

Julia: Das Miteinander im Verein ist und muss das Wichtigste sein.

Habt ihr noch etwas, worauf wir hinweisen sollen?

Andy: Ja: nächstes Jahr feiern wir 40-jähriges Jubiläum der Tennisabteilung.

Na dann kommen wir wohl spätestens nächstes Jahr wieder.

Andy, Julia, Jonas vielen Dank für das nette Gespräch, und die tolle ungezwungene Atmosphäre.
Wir wünschen dem TUS alles Gute, und weiterhin viel Erfolg.

Euch wünschen wir viel Kraft und Ausdauer, um die richtigen Entscheidungen zur rechten Zeit zu treffen! Mit dem neuen Vorstandsmodell seid ihr offensichtlich schon auf der richtigen Linie.

Euer Interviewteam Titus, Tanja und Marie